Vorurteile gegen Messe und Kommunion

Vorurteile gegen Messe und Kommunion: Der Priester zeigt die konsekrierte Hostie

F. X. Weninger SJ: Katholizismus, Protestantismus und Unglaube

Beiträge von Franz Xaver Weninger: österreichischer Jesuit, geistlicher Schriftsteller und Volksmissionar

Drittes Hauptstück

Erster Abschnitt – Religiöse Vorurteile

Religiöse Vorurteile gegen Messe und Kommunion

Die heilige Messe

Ihr behauptet, die heilige Messe als Opfer betrachtet, beeinträchtigt das große Opfer der Welterlösung, das Christus einmal und für immer am Kreuz vollbracht.

Eure Besorgnis, Freunde, stützt sich auf reinen Missverstand, oder, was noch übler ist, auf eine absichtliche Verdrehung der katholischen Lehre.

Wir Katholiken lehren nicht, dass die Messe ein von dem Kreuzesopfer verschiedenes, sondern dass es durchaus ein und dasselbe Opfer mit dem Kreuzesopfer sei. Es ist in der hl. Messe wie am Kreuz derselbe Christus, der sich dem himmlischen Vater für uns aufopfert; nur in der Art der Darbringung liegt der Unterschied, dass nämlich am Kreuz die Opferung blutig geschah, auf dem Altar aber bei der heiligen Messe in unblutiger oder sakramentaler Weise vor sich geht.

Wir bringen das Messopfer dar, weil Christus bei dessen Einsetzung am letzten Abendmahl ausdrücklich verordnete: „Dies tut zu meinem Andenken.“ Die Apostel erfüllten auch diesen Befehl des Herrn getreu, wie die Apostelgeschichte und die Epistel des hl. Paulus an die Korinther es nachweisen. Durch die Darbringung des heiligen Messopfers erfüllt sich das Wort der Prophezeiung, die wir bei Malachias lesen: „Vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne wird mein Name groß sein unter den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen ein reines Opfer dargebracht werden.“ (1. Kor. 9, 24. Malach. 1, 11)

Die Kommunion

Ihr missbilligt, dass in der katholischen Kirche das Volk die Kommunion nur unter einer Gestalt, nämlich der des Brotes empfange, und meint, dass demselben dadurch der Genuss des kostbaren Blutes Christi entzogen werde, – auch dieser Vorwurf beruht nur auf einem Irrtum in eurer Lehre selbst.

Die katholische Kirche lehrt, dass unter beiden Gestalten der ganze Christus mit Leib und Blut, mit Gottheit und Menschheit, gegenwärtig sei, dass mithin auch unter der Gestalt des Brotes ebenso gut das Blut, wie unter der Gestalt des Weines auch der Leib Jesu Christi enthalten sei, da ja Christus nicht mehr stirbt und eine Leiche wird, was der Fall wäre, wenn man annehmen wollte, dass unter der Gestalt des Brotes nur der blutlose Leichnam Christi gegenwärtig sei, was ein gewaltiger Irrtum im Glauben ist.

Übrigens wurde die heilige Kommunion nicht nur erst jetzt, sondern auch schon in den ersten Jahrhunderten der Christenheit zeitweise nach Umständen unter der einen oder der anderen Gestalt und nicht immer unter beiden gereicht. Die Kirchengeschichte gibt dafür zahlreiche Belege. Sagt doch Christus selbst auch bloß von der Kommunion unter der Gestalt des Brotes: „Wer von diesem Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“

Was im Zusammenhang des biblischen Textes bei Johannes ausdrücklich einschließt, dass auch unter der Gestalt des Brotes das Fleisch und Blut Christi zugleich gegenwärtig sei. Viele und sehr wichtige Gründe zugleich bewogen endlich die heilige Kirche in späterer Zeit, dem Volk die Kommunion nur unter der Gestalt des Brotes zu spenden.

Erstlich, weil die Ausspendung unter der Gestalt des Weines leicht mit der Gefahr des Verschüttens verbunden sein konnte, und weil es an vielen Orten der Erde selbst an Wein in hinreichender Fülle gebrach und gebricht, somit eine allgemeine, überall anwendbare Praxis passender schien; besonders aber weil Irrlehrer aufstanden, welche geradezu behaupten, die Kommunion unter beiden Gestalten sei absolut notwendig zum Heil, welchem Irrtum die gegenwärtige Praxis gerade entgegentrat und für immer den Weg verlegte. –
aus: Franz Xaver Weninger, Katholizismus, Protestantismus und Unglaube. Ein Aufruf an alle zur Rückkehr zu Christentum und Kirche, 1869. S. 139 – S. 141

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