P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung
Vom apostolischen Glaubensbekenntnis – Zweiter Glaubensartikel
§ 2. Jesus Christus wahrer Gott

2. Gottheit Jesu Zeugnis des himmlischen Vaters

Welches ist das Zeugnis des himmlischen Vaters?

Bei der Taufe Christi im Jordan und bei dessen Verklärung auf dem Tabor erscholl vom Himmel die Stimme: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe.“ (Matth. 3 u. 7)

Auf dieses Zeugnis des himmlischen Vaters beruft sich der hl. Apostel Petrus in seinem zweiten Sendschreiben (1,16-18), um die Christen zu stärken gegen gewisse Irrlehren, welche die göttliche Macht und Herrlichkeit Jesu Christi leugneten. Er sagt: „Nicht klug ersonnenen Fabeln folgend, haben wir euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kund getan, sondern wir waren Augenzeugen seiner Herrlichkeit. Denn er empfing von Gott dem Vater Ehre und Herrlichkeit, als aus hoch herrlichem Glanze diese Stimme auf ihn herab erscholl: Dies ist mein geliebter Sihn, an dem ich mein Wohlgefallen habe, dien höret! Und diese Stimme, welche vom Himmel erscholl, haben wir gehört, da wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.“
Mit Recht sieht der hl. Petrus hierin ein unverwerfliches Zeugnis für die Gottheit Christi; denn wenn der himmlische Vater Christus in einer so vorzüglichen und ganz einzigen Weise als seinen „geliebten Sohn“ verkündet, so können diese Worte unmöglich den Sinn haben, Christus sei nur in der Weise Sohn Gottes, wie auch wir Söhne und Kinder Gottes genannt werden. Man müßte ja sonst sagen, der himmlische Vater selbst habe die Apostel und uns alle in Irrtum führen wollen, was auch nur zu denken eine Gotteslästerung wäre.

Quelle: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Bd. 1, 1911, S. 319-320