Die Natur der Freimaurerei

Was ist Freimaurerei?

Teil 2: Die Natur der Freimaurerei

Leo XIII. spricht von dem unaufhörlichen Krieg, den das Königreich Satans auf Erden gegen Tugend und Wahrheit führt, und fährt fort, dass die Anführer dieses Krieges niemand anderes sind als “die stark organisierte und weit verbreitete Vereinigung, die sich Freimaurer nennt”. Später beschreibt derselbe Pontifex die Ziele der Freimaurerei als “den völligen Umsturz jener ganzen religiösen Ordnung der Welt, die die christliche Lehre hervorgebracht hat, und die Ersetzung eines neuen Zustands der Dinge nach ihren eigenen Vorstellungen, basierend auf den Prinzipien und Gesetzen des reinen Naturalismus”. (1) Wir wollen sehen, inwieweit diese Definition der Zwecke der Freimaurerei mit den Beschreibungen der Zunft durch die anerkanntesten freimaurerischen Autoritäten übereinstimmt. (siehe auch: Papst Leo XIII. über die Sekte der Freimaurer)

(1) Humanum Genus, pp. 84 and 89. (siehe: Ulitzka, Lumen de Caelo, S. 254)

Freimaurerische Definitionen der Freimaurerei.

Nach den englischen und amerikanischen freimaurerischen Ritualen kann die Freimaurerei definiert werden als “ein eigenartiges System der Moral, das in Allegorien verschleiert und durch Symbole veranschaulicht wird”. (2) Auch hier beschreibt das Universalhandbuch der Freimaurerei die Freimaurerei als “die Tätigkeit eng verbundener Männer, die mit symbolischen Formen, die hauptsächlich der Kunst des Bauherrn und der Architektur entlehnt sind, für das Wohl der Menschheit arbeiten und moralisch danach streben, sich selbst und andere zu veredeln und dadurch einen universellen Bund der Menschheit herbeizuführen, den sie auch jetzt noch in kleinem Maßstab auszustellen trachten”. (3) Dennoch erklärt eine andere anerkannte freimaurerische Autorität, dass die Freimaurerei am besten als “eine Wissenschaft, die sich mit der Suche nach der göttlichen Wahrheit beschäftigt”, beschrieben werden kann. (4) Aus diesen maßgebenden Definitionen entnehmen wir, dass die Freimaurerei eine eng organisierte Körperschaft von Männern ist, die sich zu einer besonderen Art von Moral und Glauben bekennen und die, wie die katholische Kirche, mit dem eindeutigen Ziel arbeiten, ihre Moral und ihre Lehren unter der gesamten Menschheit zu verbreiten. Wir stellen auch fest, dass ihr moralisches und philosophisches System eigentümlich ist (d. h. anders als das christliche System, auf dem die traditionelle europäische Zivilisation beruht), und dass es vor dem gewöhnlichen Blick verborgen ist.

(2) Irish Workings of Craft Masonry (1910), p. 104.

(3) Quoted in the Catholic Encyclopedia, vol. ix, p. 771, from the Allgemeines Handbuch der Freimaurerei, 3rd ed., p. 320.

(4) A. G. Mackey, Symbolism of Freemasonry, p. 303.

Freimaurerisches Moral- und Sozialsystem.

Im christlichen Gesellschaftskonzept basieren sowohl die Moral als auch die sozialen Rechte und Pflichten auf der Beziehung des Menschen zu Gott und dem Beispiel und der Lehre unseres göttlichen Herrn. Die gesamte christliche Organisation der Gesellschaft ist auf dieser Grundlage errichtet worden. In der freimaurerischen Vorstellung sind menschliche Tugend und Moral völlig unabhängig von der Gottheit und vom Gesetz Christi, dessen Göttlichkeit ignoriert oder geleugnet wird. Daher ist die Freimaurerei im wesentlichen gegen das Christentum und zerstörerisch für die christliche Organisation der Gesellschaft. Sie ist der Naturalismus, der als ein wissenschaftlich ausgearbeitetes System des Heidentums beschrieben werden kann (1).

(1) Mit Naturalismus ist nicht das Naturgesetz gemeint, das, richtig verstanden, ein Teil des göttlichen Gesetzes ist und die notwendige Grundlage des Übernatürlichen darstellt. Der Begriff Naturalismus hat eine überwiegend negative Bedeutung und bedeutet in erster Linie die völlige Ablehnung und Verachtung des Übernatürlichen, einschließlich des Glaubens, der Gnade, der Sakramente und der Kirche; und die Beseitigung aller Hinweise auf ein zukünftiges Leben. –
aus: E. Cahill SJ, Freemasonry and the Anti-Christian Movement, mit Imprimatur, 1930, S. 51 – S. 52