Was ist Freimaurerei?

Teil 9: Weiße Freimaurerei – YMCA und Rotarier Club

Eine andere Art der unvollkommenen Freimaurerei ist das, was manchmal als Weiße Maurerei bezeichnet wird. Dieser Begriff wird auf die zahlreichen Vereinigungen angewandt, die in der Neuzeit entstanden sind (und sich immer noch vermehren), angeblich zur Förderung von an sich guten oder zumindest nicht unrechtmäßigen Objekten, die aber aufgrund ihrer Verfassung oder praktischen Tendenzen eingesetzt werden zu fördern: Freimaurerische Ideale (oder zumindest sind sie darauf berechnet, sie zu fördern) wie Säkularismus, Interkonfessionalismus oder Indifferentismus in der Religion, falscher Internationalismus usw. Diese Vereinigungen tragen dazu bei, die christliche Gesellschaft mit unchristlichen Prinzipien zu durchdringen, und untergraben so unmerklich das gesamte christliche Sozialgefüge.

Unter den Vereinigungen dieser Art ist eine der bekanntesten die Christliche Vereinigung Junger Männer (Y.M.C.A.), die 1920 vom Heiligen Offizium mit der Begründung verurteilt wurde, dass „solche Organisationen, während sie eine einzigartige Liebe für die Jugend zeigen, ihren Glauben korrumpieren, während sie vorgeben, ihn zu reinigen, indem sie eine Lebensauffassung über alle Kirchen und außerhalb jeder religiösen Profession lehren“. (1)

Die Organisation Rotary International kann als ein weiteres Beispiel für die weiße Freimaurerei angeführt werden. Obwohl ihr erklärtes Ziel darin besteht, „hohe ethische Standards in der Wirtschaft und in den Berufen anzuregen und zu fördern“ und das Ideal des Dienstes zur Grundlage allen Unternehmertums zu machen, ist der Moralkodex, den sie vorlegt, Parey naturalistisch (2): und zumindest in einigen Ländern hat Rotary eine starke antichristliche Ausrichtung gezeigt. Daher haben der Kardinal-Erzbischof von Toledo und die spanische Hierarchie ihrem Volk jegliche Beteiligung an diesem Kodex verboten. Auch hier hat der Heilige Stuhl in einem Beschluss der Heiligen Kongregation des Konsistoriums vom 4. Februar 1929 erklärt, dass es nicht wünschenswert ist (non expedire (3)), dass Bischöfe oder andere kirchliche Vorgesetzte den ihnen unterstellten Priestern erlauben, Mitglied von Rotary zu werden oder an dessen Treffen teilzunehmen. Der Osservatore Romano zählt in einem autorisierten Artikel drei Hauptgründe für die Entscheidung der Kongregation auf, nämlich Der freimaurerische Ursprung von Rotary, seine erwiesene Kirchenfeindlichkeit und sein Moralkodex, „der in fast allen Bereichen dem der Freimaurerei ähnelt“. (4) Zur gleichen Kategorie gehören der Verein der Freunde Israels (siehe dazu das Dekret von Pius XI. Cum supremae 1928), auf den wir in einem früheren Kapitel (5) hingewiesen haben, und viele andere so genannte „nicht-sektiererische“ Vereine, über die wir in unseren derzeitigen Grenzen nicht diskutieren können.

(1) Im Jahr 1915 (d. h. fünf Jahre vor der Verurteilung des Y.M.C.A. durch das Heilige Offizium) betrug die Gesamtzahl der Mitglieder 625.000, davon 150.000 Katholiken. Vgl. Preuss, a.a.O., S. 494 ff.
(2) Vgl. Preuss, a.a.O., S. 409-410.
(3) Vgl. Acta Apostolicae Sedis, 6. Februar 1929. Zur richtigen Auslegung der Worte non expedire, vgl. Acta Sanctae Sedis, Bd. xix, S. 94, für eine Antwort der Kongregation des Heiligen Offiziums, dass diese Worte, wie sie 1886 von der Heiligen Poenitentiarie verwendet wurden, ein Verbot (prohibitionem importat) implizieren.
(4) Vgl. Revue Internationale des Sociétés Secrètes, Nr. 43, 1928, ebenfalls Nr. 12, 1929, S. 298, wo der vollständige Text der Entscheidung sowie eine Zusammenfassung des Artikels im Osservatore Romano gegeben wird. Siehe auch Civilia Catholica, 16. Juni 1928.
(5) Kap. iv, S. 74-6. Vgl. auch Anhang IV. –
aus: E. Cahill SJ, Freemasonry and the Anti-Christian Movement, mit Imprimatur, 1930, S. 149 – S. 151