Freimaurerei

Päpstliche Verurteilungen der Freimaurerei durch Pius IX.

Pius IX. verurteilte in seinen Enzykliken und Ansprachen die Freimaurerei und die verwandten Geheimsekten mindestens sechsmal zwischen 1846 und 1873. (1) In seiner ersten Enzyklika bestätigt und erneuert er die von seinen Vorgängern ausgesprochenen Verurteilungen gegen „jene verderblichen geheimen Sekten, die aus der Finsternis zum Ruin und zur Verwüstung von Kirche und Staat hervorgegangen sind.“ Er verwirft erneut die „furchtbaren Lehren, die eine Gleichgültigkeit in Sachen der Religion zulassen, die sogar der natürlichen Vernunft so direkt entgegengesetzt ist, die Lehre nämlich, durch die die Menschen vorgeben, daß sie das ewige Heil in der Befolgung irgendeiner Religion erlangen können.“ (2) Später wendet er auf die freimaurerischen Sekten die Worte unseres Herrn an: „Ihr seid von eurem Vater, dem Teufel, und es sind die Werke eures Vaters, die ihr tun wollt.“ (3)

Im Jahr 1865 beklagt er die Tatsache, daß so viele Herrscher die Anordnungen des Heiligen Stuhls missachtet und die Freimaurer-Sekten nicht unterdrückt hatten, und stellt fest, daß ihre Nachlässigkeit Ruin und Verwüstung über Europa gebracht habe. „Hätten sie doch nicht eine solche Nachlässigkeit in der so ernsten Pflicht gezeigt; dann hätten wir nicht so große Kriege und Aufstandsbewegungen zu beklagen, durch die ganz Europa in Brand gesteckt worden ist, und auch nicht jene bitteren Übel, die die Kirche heimgesucht haben und noch schwer belasten.“ Ausdrücklich verwirft er die aus Unkenntnis der Tatsachen entstandene falsche, aber weit verbreitete Meinung, die Freimaurer seien eine harmlose und philanthropische Körperschaft, und die Kirche habe von ihnen nichts zu befürchten.

(1) Cf. Quo pluribus, 1846; Singulari Quadam, 1864; Maxima quidem laetitia, 1862; Ex epistola, a Brief addressed to Monsignor Darboy, 1865 ; Multiplices autem, 1865; Etsi multa luctuosa, 1873.

(2) Qui Pluribus, sect. 5, (Ibid., p. 811.)

(3) Singulari Quadam, sect, 3. (Ibid, p, 892.)

Wer sieht nicht, wie weit eine solche Vorstellung von der Wahrheit entfernt ist? Was ist der Zweck und die Bedeutung dieser engen Vereinigung von Männern jeder religiösen Überzeugung? Was ist der Zweck ihrer geheimen Zusammenkünfte; der furchtbaren Eide, die sie bei ihren Einweihungen ablegen, daß sie niemals irgendetwas preisgeben werden, was ihre Vereinigung betrifft; der unsagbaren Strafen, die sie über sich selbst verhängen, sollten sie sich als falsch erweisen, was sie versprechen?

Er verwirft auch die Meinung, die Verurteilung der Freimaurerei erstrecke sich nicht auf die Länder, in denen sie nach dem bürgerlichen Recht erlaubt sei. Schließlich erneuert er feierlich die von seinen Vorgängern ausgesprochenen Verurteilungen und Zensuren und fügt hinzu, daß alle wissen sollten, daß diese Sektierer, die „Wölfe im Schafspelz sind, die auf die Zerstörung der Herde aus sind“, zu denen gerechnet werden müssen, vor denen der Apostel uns so streng gewarnt hat, „daß er ausdrücklich befiehlt, keinen Verkehr mit ihnen zu haben und ihnen nicht einmal den gewöhnlichen Gruß zu geben.“ (1) Auch in dem Brief an Monsignore Darboy, Erzbischof von Paris, anlässlich des Todes von Mons. Magnan, spricht er von der Vereinigung der Sekten, die „die Synagoge des Satans“ bilden, „deren Ziel es ist, die Kirche Christi, wenn möglich, vom Angesicht des Universums zu tilgen.“ (2)

Schließlich zählte der Papst 1873 die Prüfungen und Verfolgungen auf, die in letzter Zeit über die Kirche in Rom und in der ganzen Welt gekommen waren – die Enteignung des Heiligen Stuhls, die Verfolgungen in der Schweiz, die antikatholischen Aktivitäten der deutschen kaiserlichen Regierung, die Revolutionen und die antikatholische Bewegung in Spanisch-Amerika – und schrieb diesen universellen Krieg gegen die wahre Kirche den freimaurerischen und verbündeten Sekten zu, „aus denen die Synagoge des Satans besteht, die jetzt ihre Kräfte gegen die Kirche Christi mobilisiert. . . .“ Er ermahnt die Bischöfe, die Gläubigen auf den Irrtum derer hinzuweisen, „die, ob sie nun selbst getäuscht sind oder danach streben, andere zu täuschen und zu verführen, sich immer noch anmaßen zu behaupten, daß diese dunklen Vereinigungen nur die soziale Verbesserung und den menschlichen Fortschritt und die Ausübung von Wohltätigkeit zum Ziel haben: und ihnen die päpstlichen Dekrete einzuprägen, indem sie sie immer wieder daran erinnern; indem sie gleichzeitig darauf hinweisen, daß nicht nur die freimaurerische Körperschaft in Europa gemeint ist, sondern auch die freimaurerischen Vereinigungen in Amerika und in welchem Teil der Welt sie auch sein mögen.“ (3)

(1) Multiplices inter. (Ibid., pp. 1010-1011.)
(2) Ex Epistola, November, 1865 (quoted in the Dictionaire Apologetique de la Foi Catholique, loc. Cit.).
(3) Etsi Multa, Nov. 21, 1873. (Fontes, vol. iii, p. 86.) – –
aus: Pater E. Cahill SJ – Freemasonry and the Anti-Christian Movement, 1930, S. 123 – S. 126

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