Aufruf an Protestanten und Ungläubige

Aufruf an Protestanten und Ungläubige: Vatikankuppel mit den Säulenheiligen

F. X. Weninger SJ: Katholizismus, Protestantismus und Unglaube

Beiträge von Franz Xaver Weninger: österreichischer Jesuit, geistlicher Schriftsteller und Volksmissionar

Zweiter Abschnitt

Aufruf an Protestanten und Ungläubige – Auszug aus dem Beitrag „Geologische und geschichtliche Einwürfe“

Durch meine ganze Beweisführung, wie sie in diesem Büchlein enthalten, glaube ich klar und bündig gezeigt zu haben, dass sowohl der Protestantismus als der Unglaube mit sich selbst und der gesunden Vernunft im Widerspruch steht.

Jawohl, was anders als Widerspruch ist es: die Welt ansehen – und sagen, es ist kein Gott?

Was anders als Widerspruch ist es zu sagen: Ich bin ein vernünftiges Wesen und kehre doch wieder in das Nichts zurück?

Was anders als Widerspruch ist es zu sagen: Ein Gott ist – und ich bin unsterblich, und es gibt doch keine Beziehungen zu Gott, an die sich Wahrheiten und Pflichten reihen – es gibt keine Religion?

Was anders als Widerspruch ist es zu sagen: „Meine Vernunft gibt mir darüber keine genügenden Aufschlüsse“, und doch die Notwendigkeit der Offenbarung leugnen?

Was anders als Widerspruch ist es zu sagen: „Christus ist der tugendhafteste und weiseste der Menschen, und doch dabei behaupten, er habe sich fälschlich als der menschgewordene Sohn Gottes ausgegeben und habe die Menschen durch achtzehn Jahrhunderte zu seiner Anbetung, mithin zur Abgötterei verleitet.

Was anders als Widerspruch ist es zu sagen: Christus ist die Wahrheit, und er beteuerte, seine Kirche werde nie fallen, und doch behaupten, sie habe sich geändert und sei gefallen?

Was anders als Widerspruch ist es: Meinen, eine Reformation in der Naturordnung sei ein Unsinn und eine Reformation der göttlichen Kirche sei notwendig und durch Menschen möglich?

Was anders als Widerspruch ist es anzuerkennen, dass Christus die Leitung seiner Kirche dem Petrus übergeben, und meinen, man könne, außer der Gemeinschaft mit dessen Nachfolger stehend, doch ein Kind seiner wahren Kirche sein?

Was anders als Widerspruch ist es zu sagen: Christus hat nur Eine Kirche zum Heil der Welt gestiftet, und doch kann ich auch außer derselben ebenso gut mein Heil wirken?

In diese Reihe der Widersprüche verwickelt sich jeder, der sich weigert, die Folgerungen anzuerkennen, die ich in meiner ganzen Beweisführung gegen den Protestantismus überhaupt und gegen den Unglauben insbesondere meinen Lesern vor Augen geführt.-

Allerdings wird der freiwillig irrende Verstand Nebel genug zu erzeugen imstande sein, um diese Abgründe des Widerspruchs zu verhüllen, d. h. um die nötigende Beweiskraft dieser Schlüsse zu entkräften.

Wenn der Mensch nach dem Zeugnis der Erfahrung es wagen kann und wagt, im Angesicht der Welt Gott den Schöpfer zu leugnen, und die Welt nur als ein Werk des Zufalls zu erklären, dann mag er auch wohl imstande sein, bei dem Anblick der Kirche die Göttlichkeit des Stifters zu leugnen, und selbe das Werk des Zufalls und menschlicher Erfindung zu erklären.

Gottesleugner sind unentschuldbar

Doch gleichwie der hl. Paulus den Gottesleugner als unentschuldbar bezeichnet, weil er aus dem Bestand der sichtbaren Welt so leicht und so folgerecht und notwendig auf den Schöpfer und Ordner derselben schließen konnte, ebenso unentschuldbar erscheint auch derjenige, der die katholische Kirche nicht als Werk Gottes anerkennen wollte, da er doch aus den genannten weltbekannten und unleugbaren Tatsachen, wenn er aufrichtig prüfen will, so leicht und unabweisbar auf die Göttlichkeit ihres Urhebers und auf den göttlichen Charakter ihres eigenen Bestandes schließen kann und zu schließen genötigt ist, wenn er nicht freiwillig sich selbst verblenden und einst mit den Verworfenen rufen will:

„Also haben wir uns verirrt, wir Toren, und der Weg der Wahrheit war nicht bei uns. Was hat uns unser Stolz genützt und dass wir uns unserer Reichtümer gebrüstet? Alle diese Dinge zogen wie ein Schatten vorüber.“

Ja wohl, was die Ungläubigen gewöhnlich mit solcher Verachtung auf die Kinder der heiligen Kirche herabblicken lässt, es ist Stolz, besonders wegen größerer Reichtümer und größerer Lebensbequemlichkeit – namentlich ist das in diesem Land der Fall. –

„Wir hielten sie für Finsterlinge, doch siehe, nun stehen sie unter den Kindern Gottes, und ihr Anteil ist mit den Heiligen.“ Ja die Wahrheiten, die ich mit euch behandelt habe und die mit ihnen sich verbindenden Vernunftschlüsse sind wie die sieben Donner, die Johannes erdröhnen hörte. Sie rollen von Ferne mit dem nahenden Weltgericht eich mahnend entgegen, wo es einst offenbar wird vor allen Engeln und Menschen, dass ihr, wenn ihr geirrt und zu Grunde gegangen seid, freiwillig irrtet; wozu jeder gehört, der die Aufforderung erkannte, die Wahrheit der geoffenbarten Religion zu prüfen, und der das nicht getan oder dem Licht der Erkenntnis freiwillig Widerstand geleistet.

Ein Gott – Du bist unsterblich – eine Religion – eine geoffenbarte Religion – Christus – die katholische Kirche – die römisch-katholische Kirche – so rollen die Donner durch den Lauf der Zeiten den Ungläubigen und Irrgläubigen entgegen, dass Erde und Hölle davon erbeben. Denn jeden dieser Donner begleitet ein Blitz, der zermalmend den freiwillig Irrenden trifft; Du konntest sie erkennen, wenn du gewollt hättest – die allein wahre und allein seligmachende Kirche – dein Verderben ist aus dir. –

Diese Worte schweben über dem Abgrund der Verwerfung. Denselben Vorwurf wiederholt im dumpfen Widerhall die unglückselige Ewigkeit.

Hier, Freunde, schließe ich meinen Aufruf an euch.

Der Protestantismus führt zu Trostlosigkeit, Verzweiflung und Unglauben

Jeder aus euch, der ohne Vorurteil, mit aufrichtigem Herzen und mit Ernst und Aufmerksamkeit diese Blätter durchlesen wird, muss zugeben, dass ich unwidersprechlich nachgewiesen, dass der Protestantismus in seiner ursprünglichen Richtung zur Trostlosigkeit und Verzweiflung führe, dass sein Glaubensprinzip falsch sei und seine Vorurteile nur auf Lüge und Verleumdung sich stützen; dass er in seiner letzten Folgerung als Unglaube sich selbst widerspreche, und überhaupt eine Religion sei, die in ihren Konsequenzen im Widerspruch stehe mit Herz und Vernunft und mit dem eigentlichen Wohl der bürgerlichen Gesellschaft.

Wie wichtig die Einheit der Religion gewesen wäre

Die Geschichte der Entstehung des Protestantismus selbst bekräftigt das soeben Gesagte. Was war es doch ein so schmerzlicher Riss, der die Kinder der einen Mutterkirche voneinander getrennt und in so viele Sekten geteilt! Luther, Calvin und ihre Genossen hätten wahrlich besser getan, sich selbst zu reformieren, als dass sie wegen der Fehler, die sie an einigen Katholiken bemerkten, ihre eigenen darüber vergaßen und Millionen von Brüdern unter sich teilten und durch Religionshass und Fanatismus entzweiten.

Wie würde es doch in der ganzen Welt so ganz anders und zweifelsohne viel besser und trostreicher aussehen als heute, wenn alle Völker, die sich christlich nennen, noch Kinder einer und derselben Kirche wären. Es wäre mehr Heil nach innen und nach außen. Wäre England, Deutschland, Schweden, Dänemark, Russland noch wie einst ganz katholisch, wie viel Unheil wäre ausgeblieben, sowohl was die öffentliche Gesellschaft, als was das Wohl der Familien betrifft.

Und wären alle diese Mächte mit vereinten Kräften an das Werk gegangen, die noch unbekehrten Völker der Erde, besonders in Asien, zur Erkenntnis des heiligen Evangeliums zu bringen; wie glücklich würden sich nun dieselben als Christen fühlen, und wie stark und mächtig stände die Eine Kirche Christi auf Erden da! Gäbe es wohl etwas, was die Welt mit so großem Jubel erfüllen müsste, als die Vereinigung aller Christen in einer und derselben von Christus selbst gestifteten Kirche?

Welch ein Te Deum würde der heilige Vater dafür im Dom zu St. Peter anstimmen, und wie kräftig und beglückt würden Himmel und Erde es mit uns singen! Ob und wann die übrigen protestantischen Nationen in die Arme der Kirche zurückkehren; wer vermag das zu sagen? –

Einst geschieht es; wenigstens dann, wenn das Wort Christi sich erfüllt: „Es wird ein Hirt und eine Herde sein.“ Allein, Amerikaner, wenn es ein Volk auf Erden gibt, wo das leichter als irgendwo geschehen könnte, und wo die Früchte dieser Vereinigung die reichlichsten und trostreichsten wären, reichlicher als irgendwo in der Welt, so sind es eben die Vereinigten Staaten. Ihr habt im Politischen die Devise gewählt: E Pluribus Unum! Denn Einheit macht stark! –

Wie weit mehr würde diese Stärke sich vermehren, wenn zu dieser Einheit in gesellschaftlichen Beziehungen die Einheit der Religion, die Einheit des Glaubens und der Kirche in allen Staaten sich gesellen würde? Eine Einheit, die den Vereinigten Staaten um so wichtiger ist, weil dieselben eine Republik von vielen unabhängigen Staaten sind, wo alles, was zur Kräftigung der Einigung beiträgt, von um so größerer Bedeutung und Wichtigkeit ist.

Möge Gott die Union erhalten und der schöne Tag bald uns leuchten, wo alle Bürger der Vereinigten Staaten durch einen und denselben Glauben den einen Vater bekennen, der im Himmel ist, und die eine Mutter auf Erden, die eine, erste, allein wahre katholische Kirche. Tue dafür jeder das Seine, so wie ich auch durch diese Schrift das Meine dazu beizutragen mich bemühte. Prüfe jeder aus euch mit Ernst, und hat er sie erkannt die Wahrheit der heiligen Kirche, dann bekenne er sie mutig und bringe auch andere zu gleicher Erkenntnis.

Darauf wünschte ich euch, Freunde und Mitbürger, so nachdrücklich als möglich aufmerksam gemacht zu haben.

Das Anliegen von P. Xaver Weninger

Nicht als ob meine Hoffnung dabei sich so weit erstreckte, dass ich meinen sollte, dass jeder, dem diese Schrift zu Händen gelangen wird, sich unfehlbar der heiligen katholischen Kirche anschließen werde, wohl aber schrieb ich diese meine Gedanken in der trostreichen Hoffnung nieder, eine große Anzahl aus eurer Mitte werde durch das, was ich hier gesagt, sich angeregt fühlen – ernstlich zu prüfen – und alle, die eines aufrichtigen – entschlossenen Herzens sind, werden dem Licht der Gnade folgen, die Ketten des Irrtums zerreißen, und werden die Schatten des geistigen Todes verlassen, um zu dem Besitz des Lebens zu gelangen, die Christus uns erworben und seiner heiligen Kirche übergeben hat. –

Und wäre auch das nicht, so sterbe ich einst und verlasse Amerika mit der Beruhigung, dass ich meine Pflicht gegen euch als Brüder in Adam und Christus und als Freund und Mitbürger erfüllte. Ich habe dabei gesucht, meine Aufgabe so zu lösen, wie ich es in der Einleitung als meine Absicht angegeben habe. Ich suchte in gedrängter Kürze euch darzutun, dass die Reformatoren durch die Einführung des Protestantismus einen Schritt getan, der sich weder vor unserem Herzen noch vor unserem Verstand rechtfertigen lässt.

Nicht vor unserem Herzen; denn sie haben den Ihrigen gerade das geraubt, was Trost dem Herzen im christlichen Glauben spendet. Nicht vor unserem Verstand; denn solange unser Glaube an Christus und an seine Kirche, als eine göttliche Kirche, fest steht, kann weder von einer Veränderung der Kirche selbst, noch von einer Reformation derselben die Rede sein. Der Protestantismus wurde durch politische Gewalthaber und durch eine harte Tyrannei euren Vätern aufgedrängt; Amerikaner! Ihr habt keine Ursache, denselben in sklavischer Abhängigkeit von England in Folge eurer Geburt und anderer angeerbten Vorurteile festzuhalten.

So wenig sich aber der Protestantismus vor unserem Verstand und Herzen rechtfertigen kann, so wenig der Unglaube.

Beides habe ich, so viel mir die notwendige Kürze der Behandlung des Gegenstandes erlaubte, bündig nachgewiesen. Habe ich mich dabei hie und da eines harten Ausdrucks bedient, so werdet ihr mich doch gewiss entschuldigen, wenn ihr das noch einmal lest, was ich in der Einleitung gesagt. Wo es sich um einen Gegenstand von solcher Wichtigkeit und solchen Folgen handelt, da gebietet die Liebe, die Wahrheit unumwunden und ganz zu sagen.

Ich erkläre noch einmal vor dem, der Herzen und Nieren durchforscht, dass ich weder gegen irgendeine Person, noch gegen irgendeine Sekte, noch gegen irgendeinen Stand in derselben, Bitterkeit und Abneigung fühle, sondern dass ich die feste Überzeugung in mir trage, dass es unter allen diesen Denominationen, sie mögen Episkopale, Presbyterianer, Methodisten, Baptisten oder sonst wie immer heißen, und Pastoren oder nicht Pastoren sein, edle, vortreffliche Menschen gebe, die, was sie in Hinsicht auf ihr religiöses Bekenntnis sind, nur deshalb sind, weil sie bisher nicht mit gehörigem Ernst und mit gehöriger Sorge geprüft. –

P. Weningers Aufruf, zu prüfen und zu beten

Diese, so hoffe ich, werden diesen meinen Aufruf in der Gesinnung lesen, in der ich ihn geschrieben, und mit der Gnade Gottes auch Nutzen daraus ziehen.

Ich bemerke absichtlich, mit der Gnade Gottes; denn so evident und unwidersprechlich auch immer ein Beweis für die Göttlichkeit des Glaubens geführt werden mag, immer bleibt der Glaube selbst doch eine Gnade und Gabe Gottes, um welche der Mensch in Demut den Schöpfer zu bitten hat. Gott zwingt nicht. Im Gegenteil wollte er, wie ich bereits bemerkt, dass der Glaube für uns zugleich verdienstlich sei.

Ja wohl – mein teuerster Freund, der du diese Schrift gelesen, bete – bete, und sage mit dem Mann im Evangelium: Ich glaube, aber Herr! Hilf meinem Unglauben. Gib mir die Kraft, dass ich nicht stehen bleibe auf dem Weg, sondern vorwärts gehe, bis ich angelangt am Ziel meiner Prüfung und mich durch die Tat für dasjenige entscheide, was ich mit deiner Gnade als Wahr und unumgänglich notwendig erkenne.

Dahin zielt die Bemerkung des großen Theologen Du Perron: Ich fühle mich stark genug, jeden Irrgläubigen des Irrtums zu überweisen und die Wahrheit der katholischen Lehre zu beweisen: allein bekehren kann ich ihn nicht. Ich schicke ihn dafür zu dem Bischof von Genf. Er meinte den hl. Franz von Sales, der damals Bischof von Genf war und eine größere Gabe hatte, den Sündern an das Herz zu reden, während Du Perron sich mächtiger fühlte, an der Verstand zu sprechen. Ersteres bekehrt, Letzteres allein nicht.

Es möge ein Paulus vor Agrippa von den ewigen Wahrheiten predigen und die Wahrheit des Evangeliums beweisen, und es mag der Ungläubige darüber erblassen und zittern; wenn es im Herzen fehlt, so wird nichts weiter erreicht, als dass der Zuhörer sagt: „Bald hättest du mich zum Christen gemacht – ich will dich ein anderes Mal wieder hören.“ (Apstg. 26) Agrippa, bete, sonst wirst du doch kein Christ.

Was für die Bekehrung von Nöten ist

So auch hier. Wenn es einem meiner nicht katholischen Leser im Herzen fehlt und er sich nicht demütigt und betet, bevor er diese Schrift aus den Händen legt, was wäre wohl die Frucht; ich fürchte, diese und keine weitere: Bald hättest du mich katholisch gemacht, ein ander Mal will ich es noch erwägen. Doch wer weiß, ob dieses andere Mal auch kommt und die Gnade dir dann wirksam beisteht. „Heute, – wenn ihr die Stimme des Herrn hört, verhärtet nicht euer Herz.“

Ja wohl, geliebter Leser, du hörst sie; diese mahnende, rufende Stimme des Herrn, während du dieses liest; mache, dass es Ernst – ganz Ernst werde. Ja wohl! Was zögerst du – nie und nimmer wird dein Herz darin wahre Ruhe und volle Befriedigung finden, was dich jetzt abhält, dem Ruf des Herrn zu folgen. –

Nicht Agrippa, sondern Paulus Sergius möge dir zum Vorbild dienen, der dieser Stimme gefolgt und dadurch den Frieden Christi gefunden. (S. Apstg. 13, 7) Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel der besseren Überzeugung auszuschlagen, der sich, wie ich hoffe, durch diese Schrift selbst in deine Brust gesenkt. Hingegen, wie wohl wirst du dich fühlen, wenn du mit der Aufrichtigkeit eines Paulus fragst: Herr! Was willst du, dass ich tun soll? Und wenn du mit voller Entschiedenheit ohne Aufschub dem erkannten Willen Gottes folgst.

Wohl wird des dabei an so manchem Elymas nicht fehlen. Der seinen Einfluss geltende machen wird, um dich von diesem Schritt abzuhalten, katholisch zu werden. Ich verstehe unter diesem Elymas erstlich besonders jene Menschen, die durch deine Bekehrung zur katholischen Kirche in ihren Interessen sich bedroht glauben. Ich verstehe unter diesem Elymas zweitens das schreckliche Hindernis der Menschenfurcht.

Schäme dich nicht vor der erkannten Wahrheit

Doch erinnere dich an das, was ich oben bereits gesagt: Weshalb sollte sich denn ein Mensch vor Menschen schämen, der erkannten Wahrheit zu folgen, von deren Bekenntnis der Trost seines Lebens und das Heil seiner Ewigkeit abhängt?! Eines nur ist dabei notwendig; nämlich, dass er imstande sei, von diesem seinem Schritt Rechenschaft zu geben; und die Bedingung dafür ist, dass er ein wohlunterrichteter Christ und entschlossen sei, auch als solcher zu leben.

Ich trachtete deshalb, durch ein Buch, betitelt: „Vollständiges Handbuch der katholischen Religion zum Selbstunterricht“ so viel an mir ist, das Meinige dazu beizutragen, um jedem aus euch, dem es darum zu tun ist, in Kürze, aber gründlich und ausführlich darüber unterrichtet zu werden, was die heilige katholische Kirche die Gläubigen zu glauben lehrt und zu tun befiehlt, auch in dieser Beziehung an die Hand zu geben.

Lest es – und lest andere dergleichen Bücher, und wenn euch dann jemand über den Grund eurer Rückkehr zur katholischen Kirche fragt, dann antwortet mit den berühmten Worten des französischen Philosophen La Harpe. Als dieser aus einem Freigeist ein gläubiger, eifriger Katholik geworden, ärgerten sich seine ehemaligen ungläubigen Freunde darüber und fragten ihn, wie er sich denn zu so etwas habe entschließen können; er möge sich vor ihnen rechtfertigen. La Harpe tat es mit diesen wenigen denkwürdigen Worten: »J’ai examiné, et je crois.« – „Ich habe geprüft – und glaube; prüft auch ihr, und ihr werdet glauben.“

Amerikaner, folgt seinem Beispiel, prüft – prüft und betet – und auch ihr werdet glauben. Ernst der Prüfung, vereinigt mit Gebet, leitet euch gewiss in die Arme jener Kirche zurück, die da ist die Mutter der Erkenntnis, der schönen Liebe und der sicheren, heiligen Hoffnung, die nie versiegende Quelle des Trostes und die sichere Führerin zum ewigen Leben, durch Jesum Christum unseren Herrn, ihren Stifter. Amen. –
aus: Franz Xaver Weninger, Katholizismus, Protestantismus und Unglaube. Ein Aufruf an alle zur Rückkehr zu Christentum und Kirche, 1869, S. 218 – S. 226

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Bildquelle

  • Weninger_Franz_Xaver: wikimedia | Public Domain Mark 1.0
  • steenjepsen-rome-4031866_640: pixabay
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