Die katholische Kirche ist das lebendige Organ der Heilstätigkeit Christi

Die wahre Kirche Christi ist diejenige, so “sagen Wir, die (…) nach dem Willen ihres Stifters für alle Zeiten so bleiben wird, wie er sie zum Heil aller Menschen begründet hat.” (Pius XI. Mortalium animos)

Was ist denn denn nun unsere heilige katholische Kirche?

Sie ist eine lebendige Gesellschaft, eine Vereinigung der Menschen, welche unter der Leitung des Papstes, des sichtbaren Stellvertreters in Rom, durch denselben Glauben, dieselben Gebote und dieselben Gnadenmittel das ewige Heil zu gewinnen streben. – Der Zweck dieser Gesellschaft ist also die Erreichung des ewigen Heiles durch die von Christus verordneten Mittel. Diesem Zweck gemäß muss die Kirche auch mit entsprechenden Eigenschaften und Mitteln ausgerüstet sein. Zu diesen Eigenschaften gehört vor allem die Einzigkeit. Es darf nur eine wahre Kirche geben, weil Christus bloß eine gestiftet, nicht mehrere sich widersprechende, sonst müssten ja die Menschen zugleich durch Wahrheit und Lüge gerettet werden. Wie es nur einen Gott und eine Wahrheit gibt, so auch nur eine Kirche. –

… um (…) ihren Zweck der Heiligung des Menschengeschlechtes zu erreichen, muss sie auch göttliche Kräfte und Gewalten haben, und zwar dieselben, welche Christus verordnet und selbst besessen und ausgeübt hat, nämlich die Lehr-, Hirten- und Priestergewalt samt der göttlichen Vollmacht, dieselbe zum Heil der Menschheit zu verwalten. Es ist dies alles enthalten in dem Lehr-, Hirten- und Priesteramt der Kirche, von dem wir weiter sprechen werden. (Siehe die Beiträge: ) Vollendet wird diese Ausrüstung durch den Besitz der göttlichen Gnadengaben, welche ihr das sichtbare Siegel göttlicher Macht und Majestät auf die Stirn drücken und sie ausweisen vor aller Welt als die wahre und einzige Brau Christi.

… So geartet und ausgerüstet, ist sie wirklich das Vaterland, die Heimat unserer Seelen, die verordnete Heilsanstalt der Welt, die Stellvertreterin und Mittlerin Gottes hienieden, das Werk Christi, der mystische Leib Christi, ja der fortlebende und zu unserem Heil fortwirkende Christus, nicht bloß weil er sie ins Dasein gerufen, sondern weil er ihr lebendiges, unsichtbares Haupt ist, weil seine Gewalt und seine Kräfte in ihr bleibend nieder gelegt sind und fortwirken.

Die Kirche hat keine andere Aufgabe als die, welche Christus hienieden hatte; sie ist das lebendige Organ der Heilstätigkeit Christi. So müssen wir die Kirche ansehen. Wir müssen gegen sie nicht bloß die Gesinnungen eines Kindes gegen seine Mutter hegen, sondern wir müssen sie in einem gewissen Sinn ansehen wie Christus selbst. Nach ihm ist sie uns alles hienieden.

aus: Moritz Meschler SJ, Die Gaben des heiligen Pfingstfestes, 1905, S. 79 – S. 82

siehe auch den Beitrag: Die Kirche ist keusche Braut Christi