Das Judentum des Alten Bundes

Das Judentum des Alten Bundes

Hl. Alphons Maria von Liguori, Kirchenlehrer

„Das Judentum war vor der Ankunft des Messias die wahre Religion und es war in ihm die wahre Offenbarung niedergelegt, welche Gott zuerst den Patriarchen und Propheten mitgeteilt, und die später in der heiligen Schrift aufgezeichnet und durch Wunder und die Erfüllung der Weissagungen bestätigt ward. Nach der Ankunft des Messias, unsers Herrn Jesu Christi aber, ist das Judentum keine Religion mehr, sondern es ist ein Sekte gottloser und verhärteter Menschen geworden, die stets fortfahren, den verheißenen Erlöser zu verwerfen, obgleich sie gesehen, wie alle von demselben gemachten Weissagungen in Erfüllung gegangen, welche in jenen heiligen Schriften enthalten sind, die sie selbst uns mitgeteilt, und wo sowohl die Ankunft des Messias als auch die Strafe vorhergesagt ist, die ihrer wegen ihrer Hartnäckigkeit wartete. Überdies befolgen die Juden heut zu Tage noch den Talmud, ein Gesetzbuch, das mit Torheiten und Gotteslästerungen angefüllt ist.“ (siehe Beitrag: Das neuen Judentum nach der Zerstreuung)

Eine Zeitlang waren die Juden im Besitz der wahren Religion und des wahren Gesetzes und bildeten die wahre Kirche; nach der Ankunft des Messias aber kann ihre Religion unmöglich die wahre sein, weil sie jenen Verheißungen gemäß, welche die Juden selbst als göttliche ansehen, abgeschafft ist und derselben ein neues Gesetz folgen sollte. Der Prophet Jeremias (31, 31) verkündigte nämlich: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Hause Israels und dem Hause Judas einen neuen Bund schließe. Über diese Worte macht aber der hl. Paulus die Bemerkung: „Indem er aber sagt: einen neuen, macht er den ersten alt; was aber veraltet ist und hinfällig wird, ist seinem Ende nahe. (siehe Beitrag Hebr. 8,13: An die Stelle des Alten tritt der Neue Bund)… Was das Alter anbelangt, so leugnen wir, daß, wenn gleich ihre Religion die älteste von allen ist, Gott sie für eine ewige Dauer gestiftet habe, da Er (…) ihre Dauer bis auf die Ankunft des verheißenen Messias beschränkt hat; weil nun aber dieser Messias bereits gekommen ist, so ist sie jetzt eine erstorbene Religion, welche Gott verworfen hat, weshalb wir denn auch sehen, daß sie jetzt weder einen Tempel noch Priester und Opfer besitzt… Daß aber das heutige Judentum unmöglich die wahre Religion sein könne, müssen wir auch daraus erkennen, weil die Glaubens- und Sittenlehren, welche sie bekennen und die dem von ihnen als heilige Schrift verehrten Talmud entnommen sind, Dinge enthalten, die durchaus dem Naturgesetze widerstreben und ein Gemisch von Fabeln, Irrtümern und Gotteslästerungen sind,…“

aus: Alphons Maria von Liguori, Die Wahrheit des Christentums, 1845, S. 348-350

Victor August Dechamps, aus der Gesellschaft des allerheiligsten Erlösers

Das Judentum zuerst ist nichts anderes als die Trennung oder Teilung des alten und neuen Bundes, des alten und neuen Testamentes, deren Harmonie Jesus Christus ist. Das neue Judentum ist nicht mehr der Mosaismus. Ich leide um der Verheißung willen, die unseren Vätern gegeben worden (Act. 26, 6), sprach der heilige Paulus, als er den Juden die Erfüllung des Gesetzes und der Propheten in Jesus Christus verkündigte.

aus: Viktor August Dechamps, Christus und die Antichristen, 1859, S. 229

Moritz Meschler aus der Gesellschaft Jesu

Dieses Volk hatte seine höchste Aufgabe darin, der Welt den Messias vorzubereiten, zu schenken und alle Völker des Erbsegens teilhaftig zu machen. Leider wurde es später wegen seines Unglaubens ausgebrochen aus dem herrlichen Ölbaum, und wurden statt seiner die Heiden eingepflanzt. (siehe Beitrag: Israel und der verheißene Messias)

aus: Moritz Meschler SJ, Das Leben unseres Herrn Jesu Christi des Sohnes Gottes, Bd. 1, 1912, S. 48