Die Pest unserer Zeit ist der Laizismus


Lehrschreiben der Päpste

Die Pest unserer Zeit ist der Laizismus

Aus: Pius XI. Quas primas – Das Königtum Christi

Zu den Wohltaten, welche durch die öffentliche und liturgische Verehrung der Gottesmutter und der Heiligen im Himmel erlangt wurden, gehört auch, und zwar nicht an letzter Stelle, die Tatsache, dass die Kirche zu jeder Zeit die Pest der Häresien und Irrtümer siegreich abgewehrt hat.

Wenn wir nun anordnen, Christus solle von der ganzen katholischen Welt als König verehrt werden, so wollen Wir damit auch dem Bedürfnis unserer Zeit entgegenkommen und ein wirksames Heilmittel jener Pest entgegenstellen, welche die menschliche Gesellschaft befallen hat. Die Pest unserer Zeit ist der sogenannte Laizismus mit seinen Irrtümern und gottlosen Absichten.
Ihr wißt, ehrwürdige Brüder, dass diese Plage nicht an einem Tage ausbrach, sondern seit langem die Staaten insgeheim bedrohte. Man begann damit, Christi Herrschaft über alle Völker zu leugnen; man stritt der Kirche ihr Recht ab, das aus dem Rechte Jesu Christi selbst hervorgeht, die Menschheit zu lehren, Gesetze zu geben, die Völker zu leiten, um sie zur ewigen Seligkeit zu führen. Nach und nach wurde die christliche Religion mit den andern, falschen Religionen gleichgestellt und auf äußerst entwürdigende Weise mit diesen auf eine Stufe gestellt; sodann unterwarf man sie der weltlichen Gewalt und lieferte sie der Willkür der Fürsten und Staatsmänner aus. Noch weiter gingen jene, die darauf sannen, die göttliche Religion zu ersetzen durch so etwas wie eine natürliche Religion oder eine bloß gefühlsmäßige Religiosität. Gewisse Staaten glaubten sogar, Gott entbehren zu können; sie machten den Unglauben zu ihrer Religion und bemühten sich, bewußt und absichtlich Gott zu vergessen…
Scheint es nun nicht, dass ein Christkönigsfest, das alljährlich und allerorten gefeiert würde, viel dazu beitragen könnte, jenen öffentlichen Abfall laut zu verurteilen und wieder gutzumachen, den der Laizismus zum größten Schaden der Gesellschaft herbeigeführt hat? Je mehr man bei internationalen Konferenzen und in den Parlamenten den liebreichsten Namen Unseres Erlösers mit ungebührlichem Schweigen übergeht, desto lauter müssen wir ihn in die Welt hineinrufen und die Rechte der königlichen Würde und Macht Christi überall verkünden.

Quelle: Anton Rohrbasser, Heilslehre der Kirche 1953

siehe auch: Pius XI.: Quas primas Das Königtum Christi