Die Taufe ist zum Heil notwendig

Katholische Dogmatik

Die Taufe ist zum Heil notwendig

Konzil von Trient: Von der Taufe

Canon 5. Wenn Jemand sagt, die Taufe sei freigestellt, das ist, nicht notwendig zum Heile: der sei ausgeschlossen.

Katholisches Dogma

Die Wassertaufe (baptismus fluminis) ist seit der Promulgation des Evangeliums für alle Menschen ohne Ausnahme zum Heile notwendig. De fide.

Das Konzil von Trient erklärte gegenüber den Reformatoren, deren Rechtfertigungs-Begriff zur Bestreitung der Heilsnotwendigkeit der Taufe führt: Si quis dixerit, baptismum liberum esse, hoc est non necessarium ad salutem, A.S.D 861. Vgl. D 791. Über den Zeitpunkt des Beginns der Taufverpflichtung erklärte das Konzil von Trient, die Rechtfertigung könne nach der Verkündigung des Evangeliums (post Evangelium promulgatum) nicht ohne Taufe oder das Verlangen nach derselben geschehen. D 796. Die Heilsnotwendigkeit der Taufe ist nach Joh. 3,5 und Mk. 16,16 eine Notwendigkeit des Mittels (necessitas medii), nach Mt. 28,19 für die Erwachsenen auch eine Notwendigkeit des Gebotes (necessitas praecepti). Die Notwendigkeit des Mittels ist jedoch keine innere, in der Natur des Sakramentes selbst begründete, sondern eine äußere, insofern die Taufe durch eine positive Anordnung Gottes zum unerläßlichen Mittel des Heiles bestimmt ist. Unter besonderen Umständen kann von dem tatsächlichen Gebrauch des vorgeschriebenen Mittels abgesehen werden (hypothetische Notwendigkeit).

In der Tradition wird die Heilsnotwendigkeit der Taufe im Hinblick auf Joh. 3,5 stark betont. Tertullian bemerkt unter Berufung auf dieses Wort: „Durch Gesetz ist bestimmt, daß niemand ohne Taufe das Heil zusteht“ (De bapt. 12,1). Vgl. Pastor Hermae, Sim. IX 16.

aus: Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik, 1954, S. 411

Die Irrlehre des Pelagianismus

Der Pelagianismus leugnet die Erhebung des Menschen in den Zustand der übernatürlichen Ordnung und die Erbsünde. Die Sünde Adams hatte für seine Nachkommen nur die Bedeutung eines schlechten Beispiels. Die Erlösungstat Christi besteht dementsprechend ausschließlich in seiner Lehre und in seinem Tugendbeispiel. Als Gnade betrachtet der Pelagianismus das im freien Willen begründete natürliche Vermögen des Menschen, sündelos und heilig zu leben und sich dadurch die ewige Seligkeit zu verdienen (gratia possibilitatis = liberum arbitrium). Das natürliche sittliche Streben wird erleichtert durch äußere Gnaden, das mosaische Gesetz, das Evangelium und das Tugendbeispiel Christi (adiutorium possibilitatis). Sündennachlassung erlangt der Mensch durch die aus eigener Kraft geschehende Abkehr des Willens von der Sünde. Das System des Pelagianismus ist reiner Naturalismus, es steht unter dem Einfluß der stoischen Ethik.

aus: Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik, 1954, S. 257