Die Messias-Frage für die Juden des 19. Jahrhunderts
Gebr. Lémann: Die Messias-frage und das vatikanische Konzil
Aus der Vorrede
Dieses Buch ist an die Christen und an die Juden gerichtet, weil die einen, wie die anderen etwas aufzugeben haben, um die Vereinigung zu erlangen. Die Christen werden namentlich im zweiten Teil sehen, was sie fallen lassen müssen; den Israeliten wird es aus der ganzen Schrift entgegentreten.
Inhaltsverzeichnis
Breve des heiligen Vaters an die Brüder Lémann
Eingabe der Brüder Lémann an das vatikanische Konzil
Vorrede – Zweck dieser Schrift
Erste Abteilung
Verschiedene Phasen der messianischen Frage im Schoß des jüdischen Volkes seit der Zerstörung Jerusalems
Erstes Kapitel: Der messianische Schacht oder Gang durch die Jahrhunderte der Zerstreuung
I. Die durch die Juden zugegebenen biblischen Anhaltspunkte der Frage. – II. Neue Darlegung der Wahrheit durch die Philosophie der Geschichte. – III. Die Katakomben der jüdischen Geschichte.
Zweites Kapitel: Periode der Unruhe
I. Die beiden großen Ursachen der Unruhe: 1) Die Fülle der Zeiten oder die Reise der messianischen Frucht; 2) die aufeinanderfolgende Zerstörung alles dessen, was zur Hervorbringung dieser Frucht beitragen sollte: die Stammtafeln, der Stamm Davids, das heilige Land, alles ist verschwunden. – II. Kundgebungen der Unruhe: Die Berechnungen der siebzig Wochen, die fünf Arten, sie zu berechnen. Kontrast dieser Beschäftigung mit jener: Super flumina Babylonis. – III. Andere Kundgebung der Unruhe: Die Erscheinung der falschen Messiase oder das messianische Wüstenbild. Fünfundzwanzig mal erneuerte Täuschung. – IV. Die künftige Verurteilung des Rabbi Akiba.
Drittes Kapitel: Periode der Verzweiflung und des Schweigens
I. Um die Menschen und Dinge einer anderen Zeit richtig beurteilen zu können, ist es notwendig, sich ihren historischen Kreis zu vergegenwärtigen. Welches war der Kreis des jüdischen Volkes im Mittelalter? Der Rabbinismus, der Mittelpunkt dieses Kreises.
II. Verzweifelter Entschluss des Rabbinismus, im Schoß der Synagoge die messianische Frage zu ersticken; zweierlei Maßregeln: die öffentlichen und die versteckten Maßregeln. Die öffentlichen Maßregeln oder die Bannflüche und Verwünschungen, wodurch der Rabbinismus die Zugänge zur Frage verwehrte. – III. Die versteckten Maßregeln: die Veränderungen und Verdrehungen der Prophezeiungen, wodurch er ihnen die Anwendbarkeit auf den Messias nimmt. – IV. Das Studium des Talmud wird an die Stelle des Studiums der Bibel gesetzt, wodurch diese in Vergessenheit gebracht wird. – V. Resultate aller dieser Maßregeln: das Schweigen über den Messias. Das versiegelte Buch.
Viertes Kapitel: Periode des Rationalismus und der Indifferenz
I. Wiedererwachen der messianischen Frage zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts. II. Der messianische Mythos. Seine Definition. – III. Seine Ursachen. – IV. Seine Fortschritte. Deutschland und Frankreich, der zweifache Schauplatz seines Auftretens. Auffallender Unterschied der Art und Weise, wie er in beiden Ländern Fortschritte macht. – V. Widerlegung des Mythos.
Die ganze Tradition verwirft ihn. – VI. Ebenso die Bibel. – VII. Wie auch die Ehre der jüdischen Nation. – VIII. Die materialistische Indifferenz in Bezug auf den Messias. Kontrast zwischen dem jüdischen Reichtum des ersten und jenem des neunzehnten Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung. – IX. Letztes Ziel des Sinkens und Anfang der Hoffnung oder das unter dem Staub erstickte und wieder angefachte heilige Feuer.
Zweite Abteilung
Hoffnung einer letzten Phase oder Periode des Wiedererkennens
Einleitung
I. Die Vergangenheit, Prophezeiung der Zukunft. – II. Die erweiterte Geschichte Josephs.
Erstes Kapitel: Die Hungersnot
I. Das Geheimnis der Bosheit, welches der hl. Paulus vorausgesagt hat. – II. Warum Gott es wachsen lässt: wie die Sünde der Juden die Ursache war für die Berufung der Heiden, welche christliche Nationen geworden sind, so wird die Bosheit der christlichen Nationen die Ursachen für die Berufung der Juden sein. – III. das zu seiner Fülle gekommene Geheimnis der Bosheit wird in der Welt eine ungeheure Hungersnot hervorrufen. – IV. Beginnt diese Hungersnot nicht schon zu unserer Zeit?
Zweites Kapitel: Die Fruchtspeicher Roms
I. Der unaufhörliche Bestand der christlichen Kirche gegenüber dem Sinken der christlichen Nationen: die Fruchtspeicher. – II. „Der weise und tätige Mann, der voll des Geistes Gottes ist.“ – III. Das Einsammeln der Garben. – IV. Sehr wahrscheinliche Vermehrung der Hungersnot. Bedrängnis der Völker. Ohnmacht der Monarchien und der Religionen. – V. Eröffnung aller Fruchtspeicher. Der Papst als Heiland.
Drittes Kapitel: Wiedererkennen Josephs durch seine Brüder
I. Die Hungersnot wird auch unter den Söhnen Jakobs fühlbar. – II. Auch hier sehr wahrscheinliche Vermehrung derselben.
III. Das „Quare negligitis“ des Patriarchen Jakob und das „Levabit Dominus signum“ des Propheten Isaias. Ankunft der Brüder Jesu Christi vor den Fruchtspeichern der Kirche. – IV. Das Wiedererkennen und die große Reueszene. – V. Die durch die heilige Schrift verkündigte doppelte Versöhnung der Brüder mit dem Bruder und der Väter mit den Kindern. – VI. Die Fülle der Nationen. Widerlegung des Einwurfs, das Zusammentreffen des Weltendes mit der Rückkehr der Juden betreffend. – VII. Sinn und Verwirklichung des den beiden Söhnen Josephs, Ephraim und Manasse, erteilten doppelten Segen. Schluss.
Aus: Joseph und Augustinus Lémann, Die Messias-Frage und das vatikanische Konzil, 1870
Siehe auch die Beiträge von P. Fahey
Bildquelle
- Joseph-et-Augustin-Lemann-577×1024-1: Die Missionen