Die Päpste gegen die Freimaurerei

Die Freimaurerei zerstört das Papsttum

Alle Päpste sind gegen die Freimaurerei

Die Päpste sind entschiedene Gegner der Freimaurerei

In der Tat haben die Logen in ihrem Kampf gegen Christus und sein Reich an der katholischen Kirche und vornehmlich an deren Oberhaupt den entschiedensten Gegner gefunden. Seit Gründung der symbolischen Maurerei (1717) waren erst zwanzig Jahre verflossen, als Klemens XII. in seiner berühmten Konstitution In eminenti (1738) gegen dieselbe auftrat. Wesen, Tendenz undOrganisation der Logen ist kurz dahin bezeichnet, daß sie Menschen jedweder Religion und Sekte zu einem engen und abgeschlossenen Bund nach eigenen Gesetzen und Statuten vereinigen, die sich mit einem affektierten Schein natürlicher Sittlichkeit begnügen und über alles, was sie insgeheim mit einander treiben, unter einem strengen, auf die Bibel geleisteten Eid und unter übertriebenen Strafandrohungen unverbrüchliches Stillschweigen zu halten gezwungen werden. In seinem anfänglichen Verhalten ist der apostolische Stuhl jederzeit treu geblieben. Im Jahre 1751 folgte die Konstitution Benedikts XIV. Providas, und (…) haben die Päpste Pius VII. (Ecclesiam, 1821), Leo XII. (Tuo graviora), Gregor XIV. (Mirari vos, 1832), Pius IX. (Multiplices inter, 1865) und zuletzt Leo XIII. (Humanum genus, 1884) die geheimen Gesellschaften, namentlich aber den Maurerbund verworfen und deren Mitglieder exkommuniziert.

Die Religion der Freimaurerei

Die Freimaurerei ist in England, der Wiege des Deismus, der Lehre der sog. Freidenker, entstanden, und zwar zu einer Zeit, in der die deistische Philosophie dort ihre höchsten Triumphe feierte.
Welche Stellung hat die Freimaurerei dieser deistischen Zeitrichtung gegenüber eingenommen? Energische Opposition gegen ein System, das eine so große Verwilderung der Sitten zur Folge hatte, wäre für eine Gesellschaft, welche die Veredlung der Menschen auf ihre Fahne schrieb, angezeigt gewesen. Doch davon findet sich keine Spur, weder bei der Gründung noch in der Fortentwicklung des Maurerbundes. Vielmehr sprechen alle Gründe für den Satz, mit dem Erdmann seine Geschichte des englischen Deismus abschließt: „In immer weitere Kreise drang der Deismus dadurch, daß er die eigentliche Religion der Freimaurer-Logen wurde.“
Die Loge ist zum Träger des Indifferentismus geworden. Sie hat sich keineswegs bloß zur Aufgabe gestellt, ihre Mitglieder aus den verschiedenen christlichen Konfessionen mit den Banden bürgerlicher und geselliger Eintracht und sozialer Tugenden zu umschlingen und einen humanen und geselligen Verkehr im äußern Leben zu begründen, sondern stellt sich als “Kirche der Kirchen” über die letzteren und sehnt den Zeitpunkt herbei, in welchem alle Konfessionen in sich selbst zerfallen, damit aus deren Asche die Vernunftreligion als Surrogat des positiven Christentums wie ein Phönix sich erhebe. Aber nur klug und sachte soll diese Maurerarbeit verrichtet werden. Wie die Sozialdemokraten, so lassen auch die Freimaurer für die Befangenen das Spielzeug der Glaubensformeln vor der Hand noch in Privatgeltung bestehen. Wo die Umstände nicht besonders günstig sind, werden lieber allmählich auflösende Mittel als gewaltsam wirkende angewandt. Immer aber müssen die großen und heiligen Worte „Humanität, reine Menschlichkeit, echte und geläuterte Religion“ etc. Stichworte für die Loge, und die Verherrlichung der Toleranz, des religiösen Friedens, der Bruderliebe muss das Lieblingsthema der Logenredner bleiben.

Daß aber Zeiten kommen können, in denen die Revolution sich wiederum des Geheimbundes der Maurerei bedienen, das leere Gefäß der Maurerei mit ihren Ideen füllen werde, das allerdings ist sehr zu befürchten.
Es ist ferner wahr und zugestanden, daß die Loge sich mit der Vernunftreligion, der Religion “der honetten Männer”, begnügt, in deren Tempel Atheisten und Materialisten als vollberechtigte Mitglied erscheinen, dass diese Religion an Stelle des Christentums trete oder das Christentum bis zu dieser einfachen Form für Befriedigung der religiösen Gefühle geläutert werden müsse; wahr ist endlich, dass der Sturz der Altäre notwendig auch den Sturz der Throne und aller Autorität und christlicher Sitte nach sich ziehen muss.
Die Maurerei verwirft Offenbarung und Christentum; ohne Christentum geht aber die europäische Zivilisation notwendig dem Untergang entgegen. (siehe den Beitrag: Restauration des sozialistischen Heidentums)

aus: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 4, 1886, Sp. 1980-1989