Pius IX. über Heilsnotwendigkeit

Zu sehen ist die Tiara des Papstes, Bischofsstab, Schlüssel und Palmzweige sind hinter der Tiara des Papstes kreuzweise angeordnet

Lehrschreiben der Päpste

Pius IX. über die Heilsnotwendigkeit – Quanto Conficiamur Moerore (1863) – Außerhalb der Kirche kein Heil

7. Auch hier, unsere geliebten Söhne und ehrwürdigen Brüder, ist es wieder notwendig, einen sehr schwerwiegenden Irrtum zu erwähnen und zu tadeln, der einige Katholiken in die Falle lockt, die glauben, dass es möglich ist, zum ewigen Heil zu gelangen, obwohl sie im Irrtum leben und vom wahren Glauben und der katholischen Einheit entfremdet sind. Ein solcher Glaube steht sicherlich im Gegensatz zur katholischen Lehre. Natürlich gibt es diejenigen, die mit einer unbesiegbaren Ignoranz gegenüber unserer heiligsten Religion kämpfen. Sie halten sich aufrichtig an das von Gott in alle Herzen eingeschriebene Naturgesetz und seine Gebote und sind bereit, Gott zu gehorchen. Sie leben ein ehrliches Leben und sind in der Lage, das ewige Leben durch die wirksame Tugend des göttlichen Lichts und der göttlichen Gnade zu erlangen. Weil Gott den Verstand, die Herzen, die Gedanken und die Natur aller kennt, erforscht und klar versteht, erlaubt seine höchste Güte und Gnade überhaupt nicht, dass jemand, der sich nicht vorsätzlich der Sünde schuldig gemacht hat, ewige Strafen erleidet.

8. Bekannt ist auch die katholische Lehre, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche gerettet werden kann. Das ewige Heil kann nicht von denen erlangt werden, die sich der Autorität und den Aussagen derselben Kirche widersetzen und hartnäckig von der Einheit der Kirche und auch vom Nachfolger Petri, dem römischen Papst, getrennt sind, dem “die Obhut über den Weinberg vom Erlöser übertragen wurde” [Ökumenische Konzil von Chalcedon in seinem Brief an Papst Leo]. Die Worte Christi sind klar genug: “Wenn er sich weigert, auch nur auf die Kirche zu hören, so sei er euch ein Heide und ein Zöllner” [Mt. 15, 17]; “Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich, und wer mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat” [Lk. 10, 16]; “Wer nicht glaubt, wird verdammt werden” [Mk. 16, 16]; “Wer nicht glaubt, ist schon verdammt” [Joh. 3, 18]; “Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.” [Lk. 11, 23]. Der Apostel Paulus sagt, dass solche Personen “pervertiert und selbstverdammt” [Tit. 3, 11] sind; der Apostelfürst nennt sie “Irrlehrer …, die insgeheim zerstörerische Irrlehren einführen und sogar den Meister verleugnen werden. … und sich selbst schnell vernichten” [2. Petr. 2, 1].

9. Gott verbietet, dass die Kinder der katholischen Kirche auch nur im Geringsten unfreundlich zu denen sind, die mit uns überhaupt nicht durch dieselben Bande des Glaubens und der Liebe verbunden sind. Im Gegenteil, laßt sie stets darauf bedacht sein, sich mit allen Arten von Diensten der christlichen Nächstenliebe um ihre Bedürfnisse zu kümmern, ob sie nun arm oder krank sind oder unter irgendeiner anderen Art von Heimsuchung leiden. Zuallererst sollen sie sie aus der Dunkelheit der Irrtümer retten, in die sie unglücklich gefallen sind, und danach streben, sie zur katholischen Wahrheit und zu ihrer liebevollsten Mutter zurück zu führen, die stets ihre mütterlichen Arme ausstreckt, um sie liebevoll wieder in ihre Mitte aufzunehmen. So werden sie, fest gegründet in Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe und fruchtbar in jedem guten Werk, die ewige Erlösung erlangen.

Quelle: Enzyklika Quanto Conficiamur Moerore